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Regio Forum 2012
Podiumsdiskussion beim Regionalökonomischen Forum mit (von links) Prof. Dr. Alexander Cisik, Christoph Meier (Agentur für Arbeit), Dr. Alexander Herzog-Stein (Hans-Böckler-Stiftung), Dr. Ulrich Walwei (verdeckt, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) und Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg.

Niederrhein sucht Fachkräfte!? Experten diskutierten beim Regionalökonomischen Forum

Mönchengladbach, 9. Mai. In einem Punkt waren sich die Experten gestern beim Regionalökonomischen Forum zum Thema Fachkräftemangel einig: Der Hochschule Niederrhein kommt eine entscheidende Bedeutung bei der Versorgung der Region mit Fachkräften zu. „Es wird schwer werden, 35-jährige Fachkräfte in die Region zu holen", sagte Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg. „Was uns aber eher gelingen kann, ist, die 20-Jährigen mit einem attraktiven Studiengang in die Region zu locken. Deswegen ist die Hochschule Niederrhein als Standortfaktor so wichtig."

 

„Niederrhein sucht Fachkräfte!?" - das war das Thema gestern beim 10. Regionalökonomischen Forum, organisiert vom Forschungsinstitut NIERS der Hochschule Niederrhein. Arbeitsmarktexperten, Wirtschaftsförderer der Region, Personal- und Unternehmensberater sowie Wissenschaftler waren gestern Nachmittag an die Hochschule nach Mönchengladbach gekommen, um über den Fachkräftemangel in der Region zu diskutieren.

 

Thematisch eröffnete Dr. Ulrich Walwei, Vizedirektor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, mit einem Überblick über die Arbeitsmarktentwicklung unter Einbeziehung des demografischen Wandels das Forum. Walwei betonte, dass ein Fachkräftemangel in Deutschland zu beobachten sei, jedoch nur in einzelnen Sektoren, Qualifikationsstufen und Regionen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der stark sinkenden Zahl der Erwerbstätigen stelle dies Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.

 

Hieran schloss sich die Diskussion einer aktuellen Studie der NIERS-Wissenschaftler an, die in bestimmten Ausbildungsbereichen eine Abwanderung von Hochschulabsolventen aus der Region Mittlerer Niederrhein nachweisen konnte. Demnach verlassen jene Studierende, die für das Studium an den Niederrhein kommen, nach dem Studium wieder mehrheitlich die Region. Diesen Verlust an Humankapital bezeichnen die Wissenschaftler als Brain Drain.

 

Prof. Dr. Rüdiger Hamm, Leiter des NIERS, machte aber deutlich, dass dies nicht an einer fehlenden Kompatibilität der Hochschul-Studiengänge mit den Branchen der Region liege. „Das passt schon ganz gut", sagte Hamm. Ungefähr die Hälfte der aus der Region stammenden Studierenden fänden am Niederrhein eine Arbeitsstelle, so Hamm. „Wir an der Hochschule Niederrhein qualifizieren die regionalen Begabungsreserven. Durch die Hochschule bringen wir junge Leute in die Region, aber eben auch in die Oberzentren gerade im Rheinland."

 

Dass eine gute Ausbildung die beste Chance für ein erfolgreiches Leben biete, sagte Dr. Alexander Herzog-Stein von der Hans-Böckler-Stiftung in der anschließenden Podiumsdiskussion. Christoph Meier von der Agentur für Arbeit Krefeld mahnte vor dem Hintergrund steigender Zahlen von Erwerbspersonen ohne abgeschlossene Berufsausbildung alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt an, mehr dafür zu tun, dass nicht mehr ein Drittel aller Auszubildenden seine Lehre abbricht. „Das können wir uns gesamtgesellschaftlich nicht mehr leisten." Und Dr. Alexander Cisik, Professor für Wirtschafts-, Organisations- und Arbeitspsychologie, fügte hinzu: „Die Zeiten, in denen Unternehmen ihre freien Stellen innerhalb von sechs bis acht Wochen besetzen konnten, sind vorbei. Unternehmer müssen bei der Ansprache ihrer Nachwuchskräfte kreativ werden, sie müssen lernen, sich zu profilieren."

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 02151 822-3610; email: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

 

Autor: Christian Sonntag