TextileMission

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.
TextileMission

Die TextileMission ist ein Verbundprojekt, welches sich aus Unternehmen der Sportartikelindustrie, Waschmaschinen- und Waschmittelbranche, sowie Organisationen der Forschung und des Umweltschutzes zusammensetzt, und von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunktes "Plastik in der Umwelt, Quellen, Senken, Lösungsansätze" gefördert wird.' Gestartet wurde das Projekt im September 2017 und ist ausgeschrieben bis März 2021.

Ausgangssituation

Plastik spielt eine große Rolle in unserem alltäglichen Leben und doch ist uns die Dimension der Probleme, die damit einhergehen oft nicht bewusst. Die große Menge an hergestelltem Plastik führt zu einem enormen Müllaufkommen, da Plastik generell eine schlechte biologische Abbaubarkeit aufweist. Das führt dazu, dass der Plastikmüll nicht nur in der Deponie, sondern in Hinsicht auf die Umwelt zu großen Teilen im Ozean landet.

Ein großes Problem wurde im Mikroplastik erkannt, da es durch seine Größe (<5mm) von sämtlichen Organismen, zum Beispiel Fischen, aufgenommen wird und somit in der Nahrungskette landet.

In diesem Fall wollen wir uns vor allem auf die Entstehung und Verbreitung von textilem Mikroplastik beschränken, der vermehrt durch die Herstellung synthetischer Textilien und der Haushaltswäsche dieser aufkommt.

60%-95% aller Mikroplastikpartikel können durch Kläranlagen aus dem Abwasser gefiltert werden. Trotz dieser Filterungsprozesse innerhalb der Kläranlagen, verbleibt ein signifikanter Anteil an Mikroplastik im geklärten Wasser und wird dann weiter in die Umwelt gespült.

Durch fehlende Erkenntnisse zur Gesamtmenge des Mikroplastiks und der entsprechenden Eintragspfade ist der Grad der Problematik noch nicht exakt bestimmt. Deshalb wurde das Projekt "TextileMission" ins Leben gerufen.

Ziele

Das Ziel dieses Projekts ist es die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik zu verringern, die im Zuge der Haushaltswäsche entsteht. Hierzu werden verschiedene Forschungsansätze verfolgt:

  • Es sollen Textilien und Kleidungsstücke entwickelt werden, die eine geringere Mikropartikelemission aufweisen, dazu werden auch unterschiedlich Fasern untersucht.
  • Außerdem wird die Optimierung der Kläranlagentechnologie untersucht, unter anderem wird der Verbleib von Mikropartikeln in der Kläranlage erforscht.
  • Es werden Wasch- und Laborkläranlagentests durchgeführt, um Daten zum Ausmaß und der Reichweite des Mikropartikelausstoßes unterschiedlicher Textilien zu erhalten
  • Zum Abschluss des Projektes soll ein Maßnahmenkatalog zur Reduzierung von textilem Mikroplastik in der Umwelt entstehen.

Verantwortliche des Projektes

Die Hochschule Niederrhein stellt einen von neun Projektpartner der „TextileMission“ dar, Ansprechpartner sind hierbei folgende Professoren der Hochschule:

Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt
Modedesign mit dem Schwerpunkt Strick- und innovatives Produktdesign
Prof. Dr.-Ing. habil. Maike Rabe
Leitung Forschungsinstitut "FTB" Textilveredelung und Ökologie
Mikroplastik
Was ist Mikroplastik?

Mikroplastik ist nicht zu verwechseln mit Mikrofasern (technologische Fasern mit einem Durchmesser zwischen 3-10µm). Mikroplastik sind Partikel mit einem Durchmesser von unter 5mm und entstehen zum Beispiel durch Reifenabrieb, zerfallende Verpackungsmaterialien, Ablösung von Farbpartikeln und auch beim Waschen z.B. der Haushaltswäsche oder bei der industriellen Fertigung von Textilien (Veredlung der Textilien).

Mikroplastik
Was ist textiles Mikroplastik?

Textiles Mikroplastik sind Fasern mit unterschiedlichen Durchmessern und einer Länge von unter 5mm, die sich von synthetischen Textilien, zum Beispiel bei der Haushaltswäsche, ablösen. Sie stellen ein besonderes Problem dar, da sie aufgrund ihrer Beschaffenheit schwer zu filtern sind.

Waschtests

Um das Ausmaß der Mikroplastik Problematik bei der Haushaltswäsche zu ermitteln wurde eine Status Quo Analyse durchgeführt, bei der über 850 Zyklen an Haushaltswäschen, mit Sport- und Outdoorartikel der Projektpartner, durchgeführt wurden. Hierbei wurden 55.000 Liter Wasser nach dem Waschvorgang gefiltert und Daten aus über 2250 Stunden gesammelt.

Die gesammelten Daten wurden auf Menge und Größe des gefilterten Mikroplastiks analysiert.

Durch die Waschtests wird auch eine Optimierung der Waschvorgänge angestrebt, zum Beispiel wurde festgestellt, dass sich der Mikroplastikaustrag bei einem erhöhtem (empfohlenen) Ladevolumen der Maschine verringert.

Fleecestoff
Entwickelter Fleecestoff

Polyester gilt als ein Material, welches einen der höchsten Ausstöße von Mikroplastik aufweist, weshalb im Rahmen des Projektes an der Hochschule Niederrhein dieses Material genauer untersucht wird. Ein Fokus wird dabei auf Vliesmaterialien gelegt, da sie eine spezielle geraute Oberfläche aufweisen, die durch viel Mechanik zerstört wird.
Momentan wird an der Neuentwicklung eines Polyestervlieses gearbeitet. Im Zuge dessen werden Garntests durchgeführt, sowie die Kombination unterschiedlicher Materialien auf einer Großrundstrickmaschine getestet.
Hierbei verfolgt man den Lösungsansatz der Reduzierung des Faserverlustes, da dies die nachhaltigste Option des derzeitigen Forschungszeitpunktes darstellt.

Ein weiterer Forschungsansatz stellt die biologische Abbaubarkeit dar, hierbei wird das Material Viskose untersucht. Dies ist zwar ein synthetisches Material, besteht jedoch aus der natürlichen Basis der Zellulose, wobei Holz als Ausgangsprodukt genutzt wird.
Dieses Material kann unter den optimalen Bedingungen einer Laborkläranlage abgebaut werden, wobei allerdings nicht darauf geschlossen werden kann, dass es sich ebenso zum Beispiel im Ozean abbauen wird.

Des Weiteren forscht man an alternativen Schneide- und Fügetechnologien, wie dem Ultraschallschweißen. Dies stellt eine saubere Technologie dar, bei der keine offenen Schnittkanten entstehen und keine zusätzlichen Materialien benötigt werden.

Quick Test
Quick Test

Es wird ein Quicktest zusammen mit EURATEX und internationalen Forschungsinstituten entwickelt, mit dem man unter Laborbedingungen Textilien schnell, auf ihre Plastikemission hin, vergleichend untersuchen kann. So wird es einfacher, den Mikroplastikaustrag von Textilien zu reduzieren.

Woche der Umwelt

Die Woche der Umwelt ist eine Initiative des Bundespräsidenten und wird in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) veranstaltet.

Die Veranstaltung soll im Frühjahr 2021 (genauer Termin wird noch bekannt gegeben) stattfinden, da sie im Juni letzten Jahres leider auf Grund von Covid-19 nicht stattfinden konnte.
Stattfinden wird sie, wie auch bei den fünf vorherigen „Wochen der Umwelt“, im Park von Schloss Bellevue in Berlin und ist für alle interessierten Besucher*innen, als auch für das geladene Fachpublikum geöffnet.

Zu erwarten ist sowohl ein umfangreiches Programm aus Diskussionsrunden und Fachforen, als auch das Ecologic Institute, welches den Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt“ vorstellt. Erste wissenschaftliche Ergebnisse und Lösungsoptionen der Forschungsfelder aus 20 Verbundsprojekten werden vorgestellt, darunter auch das Verbundsprojekt „TextileMission“.

Projektpartner

Wir danken allen Unterstützern.