Veranstaltungsdetails

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Vortragsreihe: Trauma und Bewältigung

04.11.2022 12:15 - 13:45

Trauma und Bewältigung
Öffentliche Vortragsreihe | Mönchengladbach

Freitags | 12:15 – 13:45 Uhr | 21.10.22 – 11.11.2022
Hybrid – in Präsenz und online in zoom

Diese Veranstaltungsreihe ist öffentlich. Jede:r kann teilnehmen.

Mönchengladbach
Richard-Wagner-Str. 101
41065 Mönchengladbach
Raum wird noch bekannt gegeben

Kosten
8 € pro Vortrag

Teilnahme in Präsenz:
Die Teilnahmegebühr kann am Veranstaltungstag am Kassenautomaten auf der Webschulstr. 41 – 43, 41065 Mönchengladbach gezahlt werden.
Bitte beachten Sie die Aushänge am Automaten. Eine Zahlung ist hier nur mittels EC-Karte möglich. Die Quittung ist Ihr Ticket und muss am Eingang vorgezeigt werden.
Überweiser (Kontoverbindung S. 14) zeigen am Eingang einen Überweisungsbeleg über die abgebuchte Gebühr vor.

Teilnahme via Zoom:
Um online teilzunehmen, nennen Sie uns per E-Mail an faust@hs-niederrhein.de die Veranstaltungen, die Sie besuchen möchten und fügen einen Überweisungsbeleg über die abgebuchte Gebühr bei. Der Zoom-Link wird Ihnen rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn per Mail zugeschickt.
 

Neuropsychologische Aspekte der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

PD Dr. rer. nat. Hanns Jürgen Kunert
Diplom-Psychologe, Median Klinik am Waldsee
Freitag | 21.10.2022 | 12.15 – 13.45 Uhr

Das mit einer PTBS einhergehende vielschichtige psychische Störungsbild ist u.a. durch sich aufdrängende, d.h. belastende Gedanken und bildhafte (ggf. auch körpernahe) Erinnerungen, Albträume, allgemeine Übererregungssymptome (wie bspl. Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit und Affektintoleranz), ein Vermeidungsverhalten gegenüber traumaassoziierten Reizen und einer sog. emotionalen „Taubheit“ mit sozialem Rückzug, Interessensverlust und innerer Teilnahmslosigkeit geprägt.
Schon seit langer Zeit beschäftigt sich nun die neurowissenschaftliche Forschung mit den unterschiedlichen neurobiologischen Aspekten bzw. Korrelaten dieser psychischen Störungsform. Eine PTBS betrifft nicht nur das subjektive Erleben und Empfinden und das damit assoziierte neurobiologische System, sondern auch unterschiedliche, darüberhinausgehende psychosoziale Funktionsbereiche. Als besonders kritisch haben sich Traumatisierungen in frühen Entwicklungsphasen gezeigt, da diese einen negativen Einfluss auf die weitere Hirnentwicklung nehmen können.
Nicht selten entwickeln sich zudem zusätzliche psychische Störungsformen, häufig auch im Zusammenhang mit einem Substanzmittelabusus. Über diese Wechselwirkungen können sich dann im zeitlichen Verlauf chronifizierte psychische Störungen entwickeln, die therapeutisch auch nur schwer zu behandeln sind.
Eine PTBS stellt somit eine komplexe und häufig auch komorbide psychische Störung dar. Die neuropsychologischen Forschungsergebnisse haben nun geholfen, diese unterschiedlichen Aspekte einer PTBS besser zu verstehen. Weiterhin konnten, darauf aufbauend, Hypothesen zur besseren therapeutischen Behandelbarkeit dieser Störungsform entwickelt werden. In diesem Vortrag soll nun ein Überblick über die unterschiedlichen neuropsychologischen Aspekte der PTBS unter den o.g. Gesichtspunkten gegeben werden.

Traumata von Flucht und Vertreibung – Psychotherapie und Beratung bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Prof. Dr. habil. Dipl.-Psych. Dieter Wälte
Fachbereich Sozialwesen,
Hochschule Niederrhein
Freitag | 28.10.2022 | 12.15 – 13.45 Uhr

Geflüchtete (aus der Ukraine) haben wegen ihrer traumatischen Erfahrungen im Herkunftsland und auf der Flucht ein hohes Risiko, an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu leiden. Entsprechend der S3-Leitlinie zur PTBS (vgl. Flatten et al. 2011), des Cochrane-Reviews von Bisson et al. (2013) und der Metaanalyse von Lambert & Alhasso-on (2015) über die Studien mit Flüchtlingen ist eine traumafokussierte Psychotherapie die Methode der Wahl. Allerdings führt in der Praxis die große Anzahl von geflüchteten Personen mit PTBS die deutsche Regelversorgung an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, da Patient:innen ohnehin schon lange Wartezeiten für einen Psychotherapieplatz in Kauf nehmen müssen. In der Zukunft sind vermehrt Anstrengungen zu unternehmen, die Regelversorgung von Flüchtlingen durch Psychotherapie weiter auszubauen. Jedoch können auch zusätzliche komplementäre Beratungsmodelle dabei helfen.
In diesem Vortrag sollen die wichtigsten Erkenntnisse dargestellt werden, um Flüchtlinge mit PTBS über die Störung aufzuklären und, falls notwendig, in eine ambulante oder (teil-)stationäre Hilfeform zu überweisen. Das vorgestellte Konzept orientiert sich an dem Überschneidungsmodell von Beratung und Psychotherapie (vgl. Nestmann 2002), nachdem
beide Bereiche hohe Affinitäten aufweisen und somit eine Nutzung der Erkenntnisse aus der Psychotherapieforschung für die Beratung ermöglicht wird.

Traumata von Flucht und Vertreibung – Warum ist Stress- und Traumasensibilität für das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit so wichtig?

Denise Klein, Dipl. Pädagogin
Traumazentrierte Fachberaterin und Traumapädagogin (DeGPT/ Fachverband TP), Beraterin für stress- und traumasensible Organisationsentwicklung
Freitag | 04.11.2022 | 12.15 – 13.45 Uhr

Menschen, die flüchten müssen, sind häufig einem Kontinuum von Gewalt ausgesetzt (im Herkunftsland, auf der Flucht und auch im Ankommensprozess). Gewaltvolle / traumatische Erlebnisse wirken nachhaltig auf den Körper, die Psyche, unser soziales Miteinander. Der Prozess nach dem gewaltvollen Erlebnis bestimmt maßgeblich mit, ob die Symptome sich chronifizieren oder ein heilsamer Prozess beginnt. Wissen über die Verarbeitung von überwältigenden Erlebnissen und die Entwicklung von Stress- und Traumasensibilität im pädagogischen und sozialarbeiterischen Arbeiten kann also
wesentlich zur Stabilisierung von Geflüchteten beitragen.
In diesem Vortrag wird sowohl das Verarbeitungsmodell von Hantke/Görges (Institut Berlin) vorgestellt, als auch der STA – stress- und traumasensible Ansatz® der internationalen Frauenrechtsorganisation medica mondiale e.V.

Hilfe bei Traumata
Iris Richthammer
Ärztin
Freitag | 11.11.2022 | 12.15 – 13.45 Uhr

Ein Trauma ist ein belastendes Ereignis oder eine Situation, die nicht bewältigt und verarbeitet werden kann. Es ist oft Resultat von Gewalteinwirkung – sowohl physischer wie psychischer Natur. Man kann es als „seelische Verletzung“ beschreiben.
Da sich Symptome oft erst eine Weile nach dem auslösenden Ereignis zeigen, werden sie häufig nicht als Folge des Traumas erkannt. Traumata werden daher öfter in der Hausarztpraxis behandelt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Unterbleibt eine Traumatherapie, kann dies ernste Folgen für Betroffene und deren Umfeld haben.
Ein Trauma zu heilen ist möglich. Im Vortrag werden Wege der Hilfe aufgezeigt und der Aufbau neuer Perspektiven sowie Möglichkeiten der Rückfallvorbeugung vorgestellt.

Veranstaltungsort Campus Mönchengladbach